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Einmalige Gospelparty im CCT Troisdorf

                                 


Hot-Hotter-Hottest - die obere Liga der Gospelkünstler traf sich am Samstag, den 23.07.2011 im CCT Troisdorf zu einem Konzert und Party der Extraklasse. Gospel wie in einer Kirche, in den Südstaaten Amerikas, draussen 40° - so die gefühlte Stimmung. Die Realität im rheinischen Troisdorf an diesem Tag: Kaltes Regenwetter! Aber das interessierte in diesen Moment niemanden im ausverkauften Konzertsaal. Einige von weit angereiste Fans konnten nur noch stehend an der Seite Platz finden. Aber was macht das schon, wenn ein Konzert zu einer heißen Party wird und sich ohnehin kein Besucher auf dem Stuhl halten kann.

Anlass des Events war die Vorstellung von "Greater than anything", dem neusten Werk des bekannten Gospel-Komponisten und Pianisten Niko Schlenker - in Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlag Zebemusic. Um dem bereits Anfang des Jahres veröffentlichten Notenheft demnächst die CD folgen zu lassen, wurde das Konzert live mitgeschnitten. Und so ging es sofort zur Sache mit einem Überraschungsgast: James Smith, Sänger und Schauspieler aus New York, der uns bereits zu Beginn zeigte, wo der (Gospel)-Hammer hängt.

Die anschließende Begrüßung übernahm Angelika Rehaag, Gründerin der Musikakademie Krefeld, an der unter ihrer Leitung ein Kollektiv von zwölf verschiedenen Gospelchören beheimatet ist. "The Gospel Family of Christ" aus ihrer Akademie hatte den ersten Auftritt. Bereits mit vielen internationalen Gospelkünstlern stand dieser Chor auf der Bühne, u.a. mit Gospel-Legende Edwin Hawkins. Obwohl die drei vorgestellten Titel "Giants", "God gives back" und Coming to you" wohl eher Gospel-Insidern bekannt sein dürften, waren die Zuhörer ganz dabei und das Stimmungsbarometer schon recht weit oben angekommen.

Eine Interessante Vorstellung ganz anderer Art gab es anschließend mit dem "New Life Gospel Choir" und dem Kanadier Nathan Junor aus Düsseldorf. Dieser Chor besteht aus mehr als 20 afroamerikanischen Sängerinnen und Sängern - für europäische Chöre sicherlich etwas Besonderes. Auftritt, Bewegungen und Rhytmus dieser Künstler, die einfach und auf natürliche Weise das Lebensgefühl schwarzen Gospelmusik präsentierten, waren unvergleichlich. Titel wie "Life in 4D", "Ev'ryday", "Jeremiah" und Medleys in ursprünglicher Form - ein vollendeter Genuss für Seele, Ohren und Augen.

Der "LivinGospel Choir" bestritt den nächsten Auftritt nach kurzer Pause. Naomi und Wolfgang Wien gründeten diesen sehr professionellen und erfolgreichen Chor mit Band und internationaler Besetzung. Bekannt auch durch Auftritte im Fernsehen, z.B. mit der Höhner Gospelweihnacht, lieferte der "LivinGospel Choir" ebenfalls wunderbaren Profi-Gospel ab. Außerdem ein Wiedersehen mit Keyboarder Peter Mante, der auch den "New Life Gospel Choir" begleitet. Emotionen pur hier bei den Titel "I believe i can fly" und "Potter's House".

Es folgte die Vorstellung des neuen Albums von Niko Schlenker: "Greater than anything" mit weiteren Titeln, "I've got joy", "Wait", "Praise him". Unterstützt wurde der Chor nun von den bekannten Solisten Claudine Abuso und Honore Haase. Beide blicken auf eine langjährige Live-Erfahrung auf verschiedenen Bühnen zurück, u.a. bei den Sonnenberger Jazztagen sowie im "Jump-Radio".

Bei den Auftritten dieser verschiedenen Chören traten zusätzlich die hochkarätigen Solisten Boysie White und Yasmina Hunzinger auf. Boysie White sang unter anderem bei dem Musical "HAIR", und "Mama i want to sing" sowie bei den "Harlem Gospel Singers". Dir Neu-Rheinländerin aus der Schweiz mit der Powerstimme, Yasmina Hunzinger, ist bekannt als Sängerin von Dj Bobo.

Mit dabei, dazwischen und mittendrin im Geschehen: Chris Lass. So kennt die Gospelszene den quirligen Bremen Gospel-Durchstarter. Immer wieder auf der Bühne und auch hier mit dabei, um die Zuschauer zu begeistern und dem Gospel noch näher zu bringen - der Shooting - Star bewies an diesem Abend souveräne Entertainerqualitäten. Zur Zeit ist dieser symphatische Sänger und Komponist mit seinem Chor "Excited" und seinem Debüt-Album auf Tournee und sorgt auf frische Weise für viel Wirbel in der Gospelszene.

Vom Gospel-Klassiker "Oh happy Day" gibt es viele Versionen. An diesem Abend sollte es jedoch eine der besten werden. Denn alle hier genannten Chöre und Solisten führten den Klassiker gemeinsam in einer Maxiversion von nie gehörtem Umfang auf - das Ende einer glanzvollen musikalischen Perlenkette.

Text: Joachim Schwarzrock, Redaktion NRW
Fotos: Hartmut Schulz
30.07.2011

 

 

 

16.03.2011

Lions Club: New Life Gospel Choir begeistert die Zuhörer und animiert zum Mitmachen in der evangelischen Kirche

Emotionale Aussagen musikalisch erhöht

"In diesen heil'gen Hallen" begrüßte Bernd-Dieter Ott, der Präsident des Lions Club Hockenheim, die Besucher, die in die evangelische Stadtkirche gekommen waren, den "New Life Gospel Choir" zu hören. "Steine fallen mir vom Herzen, wenn ich sehe, wie viele zu unserem Benefizkonzert gekommen sind", freute sich Ott.
"Zauberflöte" zum Einstieg.

"In diesen heil'gen Hallen" war nicht allein auf den Kirchenraum bezogen, gemeint war damit auch das erste Lied des Chores: die heil'gen Hallen aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart.

"Freut euch mit uns, singt mit uns", ermunterte Pastor Daniel Abora. Eindringlich aus der Tiefe klang die "Zauberflöte" und die Stimmen der Soprane und Tenöre, mit dem typischen Timbre, fanden in Harmonie zueinander.

In der Umgebung von Düsseldorf wohnen die Sängerinnen und Sänger und haben alle einen amerikanischen oder afro-amerikanischen Hintergrund. "Seid ihr bereit?" forderte Daniel Abora, der die Position des führenden Sängers eingenommen hatte, und dann wurde es wesentlich temperamentvoller und das erste Halleluja ertönte. Mit "I will follow him" wurde es wieder würdevoller, um mit dem schnellen und kurz betonten "I love it" zu enden. Der Leiter des Chores, Peter Mante, gab mit dem Keyboard den Rhythmus vor und, selten bei Konzerten, stimmte er die Lautstärke mit dem Publikum ab, um akustische Irritationen zu vermeiden.

Im Kindergarten, eines der wenigen Lehnwörter die die englische Sprache übernommen hat, hätten sie es schon gesungen - "Rock my soul" - und das Publikum wurde animiert, mitzusingen.
Der Funke sprang schnell über.

Alle Facetten und Tonlagen wurden eingesetzt, und besonders beeindruckend fanden der führende Sänger Honore Haase und Sängerin Tamara Kemeling den Kontakt zu den Konzertbesuchern.

Bald war der Funke übergesprungen, es war wie in einem afro-amerikanischen Gottesdienst, eine swingende Gemeinde, die in die Hände klatschte. Da staunte das alte Kirchengebäude. Wie man es von den Frontsängern eines Gospelchores erwartet, faszinierten nicht nur der Ausdruck der Stimmen, sondern auch die sich dem Glauben hingebenden Bewegungen.

"He has got the whole world in his hand and he has got you and me", sang Pastor Abora zu einem kleinen Mädchen in der ersten Reihe und schloss mit "Amen".

Oft singt der Chor in Afrika, verzichtet auf die Gage und spendet die Einnahmen an Bedürftige. Das macht der Lions Club Hockenheim auch, nicht in Afrika, sondern in Hockenheim.

Das Geld fließt in soziale Projekte, zu Menschen, die sich selber nicht helfen können. "Diese Hilfe ist uns sehr wichtig", betonte Ott und bedankte sich bei der Bevölkerung, die auch bei diesem Konzert zur Hilfe für Bedürftige beiträgt.

"When the Saints go marching in", "O happy day" - es klang fast wie eine Bekehrung. Einmalig der Chor und der Lions Club hatte gut daran getan, die Gruppe zu verpflichten. Und da war auch noch die Geschichte, als Moses zum Pharao sprach: "Let my People go", eine Geschichte, die sehr viel Rhythmus in den Kirchenraum brachte.

Es gehört nicht direkt zu den Gospels, ist jedoch wundervoll anzuhören, das irische "Amacing Grace" oder "The rose". In der Sprache der Xhosa aus Südafrika, der Transkei, war "Halleluja oh sana" zu hören.

Pastor Abora beschwor die Einheit: "One love, one heart, lets go together", und sie kamen sich näher, aufrecht im übervollen Kirchenraum, im Parkett und auf den Rängen, sangen und klatschten, hielten sich an den Händen, vereint in der Musik, in den Gospels, im adagio und fortissimo.

Sie verstehen es, die Sänger des New Life Gospel Choir, die Leute zusammen zu bringen und vielleicht wird auch von den emotionalen Worten und Noten etwas bei den Bedürftigen ankommen.

Stehenden Beifall gab es und auch die geforderten Zugabe. Ein überwältigendes Konzert, die Besucher gingen beeindruckt und zufrieden nach Hause. Sie wollen wiederkommen, die singenden Prediger, versprachen sie dem Hockenheimer Publikum. cla

Schwetzinger Zeitung
16. März 2011